Seminardokumentation: Geschäftsmodell-Analyse im Fokus der Aufsicht – Prüfungserfahrungen

Analyse des institutsindividuellen Geschäftsumfelds, der (Risiko-)Tragfähigkeit des Geschäftsmodells, der Nachhaltigkeit der Ertragsquellen & des Kapitalplanungsprozesses

<p>Die Vorgaben des <strong>SREP</strong> verschaffen der <strong>Aufsicht</strong> einen tieferen Einblick in die <strong>Risikoprofile</strong> und Funktionsf&auml;higkeit der Gesch&auml;ftsmodelle. Seit 2019 pr&uuml;ft die Bundesbank auch verst&auml;rkt die <strong>Gesch&auml;ftsmodelle weniger bedeutender Institute</strong> (LSI) im Hinblick auf Stabilit&auml;t und Auff&auml;lligkeiten. Im Fokus der <strong>Gesch&auml;ftsmodell-Analyse</strong> (BMA) stehen die Untersuchung des Gesch&auml;ftsumfeldes, der (Risiko-)Tragf&auml;higkeit des Gesch&auml;ftsmodells, der Nachhaltigkeit der Ertragsquellen und des Kapitalplanungsprozesses. Eine darauf spezialisierte <strong>Bundesbanker-Pr&uuml;ferin</strong> berichtet &uuml;ber ihre Pr&uuml;fungserfahrungen, Erkenntnisse aus Arbeitsgruppen und Ergebnisse des Auskunftsersuchens zur Ertragslage. Im Anschluss setzt sich ein <strong>Risikocontroller</strong> mit einzelnen<strong>&nbsp;BMA-Prozessschritten</strong> auseinander, um dem Vorstand fr&uuml;hzeitig <strong>Schwachstellen</strong> und Handlungsempfehlungen aufzuzeigen.</p>

Inhaltsverzeichnis:

Seminardokumentation

Verfügbar ab Nettopreis
07.05.2020 150,00 €

Seminarthemen und Agenda

Geschäftsmodell-Prüfungen der Aufsicht: Anforderungen • Schwerpunkte • Prüfungserfahrungen

  • Geschäftsmodell-Prüfung als wesentlicher Bestandteil des aufsichtlichen Überwachungsprozesses (SREP)
  • Inwiefern können die Banken in der anhaltenden Niedrigzinsphase noch ihre angestrebte, akzeptable Rendite (Ertragslage) erwirtschaften und die dafür erforderliche Kapitalausstattung (Vermögenslage) sicherstellen?
  • Vorgaben an Aufsicht zur Beurteilung der (Risiko-)Tragfähigkeit und Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle im SREP – zukunftsgerichtete Schwachstellen-Analyse wesentlicher Geschäftsfelder/-umfeld, Strategie und Finanzplanung • Analyse des Geschäftsumfelds: Identifizierung und Einschätzung wesentlicher Standorte, Geschäftsfelder und Produkte unter Risiko-/Ertragsaspekten • tieferer Einblick in unterjährige Gesamtbankentwicklung • Benchmarking
  • Zunahme aufsichtlicher Geschäftsmodell-Prüfungen: Unterschiede zu regulären 44er-Prüfungen (z. B. Abfrage von historischen Zeitreihen und Prognosen) • Frühwarnindikatoren im Aufsichtsgespräch • Inwieweit kommt es vorab zu Unterlagenanforderungen? • Besonderheiten im Prüfungsablauf
  • Kritische Beurteilung der mehrjährigen Zielvorgaben: Ableiten vergleichbarer Sachverhalte durch Analyse von Kerngeschäftsgebiet, Kunden- und Produktstruktur, Ertrags- und Risikotreiber, Wettbewerber, etc.
  • Belastbarkeit von (zu positiven) Wachstumsannahmen zur Geschäfts- und Ertragsplanung: Herleitung der Zins-, Provisions- und Bewertungsergebnis-Planung • Nachvollziehbarkeit des Planungs-/Basisszenarios
  • Abgleich von Planungsannahmen mit der eingetretenen Entwicklung (Prognosequalität!) – Sachverhaltsspezifische Überprüfung der betreffenden Kennzahlen bei Soll-Ist-Abweichungen
  • Würdigung der erwarteten Ertragslage im Kapitalplanungsprozess sowie des aus den Ergebnissen identifizierten Handlungsbedarfs
  • Bewertung der Folgen von Geschäftsentscheidungen auf ausgewählte Melde-Kennzahlen (z. B. RWA, LCR)
  • Aufschlussreiche Prüfungserkenntnisse: Welche strategischen Risiken treten auf? • Häufige IKS-/Prozessschwachstellen • Wodurch zeichnen sich nachhaltig erfolgreiche Institute aus?

(dazw. 15 min. Kaffeepause; 13:00 -14:00 Uhr gemeinsames Mittagessen)

Unterteilung der Geschäftsmodell-Analyse in Prozessschritte zur Früherkennung von Schwachstellen und zur zukunftstauglichen Ausgestaltung der Banksteuerung

  • Qualitative und quantitative Analyse der wesentlichen MaRisk-Kernprozesse und -Unterstützungsprozesse • Abhängigkeit zum Geschäftsmodell • spiegeln interne Risikosteuerungsprozesse das Geschäftsmodell ausreichend wieder? • Benchmark-Analyse aufsichtlicher Schlüsselindikatoren
  • Infrastruktur-Analyse: Wirksamkeit der unterstützenden IT-, Reporting-, IKS- und Governance-Prozesse • Bewertung der Vertriebskanäle/Omnikanal-Steuerung • Beurteilung der Mitarbeiter-Qualifikation („Fit & Proper“) • Analyse von externen Abhängigkeiten (z. B. bei Auslagerung) und aufsichtsrechtlichen Treibern
  • Analyse der Geschäftsstrategie: Bewertung der Überleitung des Geschäftsumfelds auf strategische Kennzahlen – Inwieweit existieren (zu positive) Wachstumsstrategien trotz angespannter Eigenkapital-Situation? • Sicherstellen der Konsistenz zwischen Risikoappetit des Vorstands und gegebener Risikodeckungsmasse
  • Zukunftsgerichtete Analyse der Finanzplanung mit quantitativen und qualitativen Kennziffern: Einbindung der Analyse- und Planungsergebnisse in die Gesamtbanksteuerung – inwiefern reichen die künftigen Erträge unter Beachtung des Risikopotenzials (noch) aus? • Bewertung von Geschäftsmodellrisiken als zusätzliche Risikoart • Stresstestprogramm: Einschätzung von geschäftsmodellbezogenen und regulatorischen adversen (Stress-)Szenarien – Anerkennung von Pauschalszenarien? • Bewertung der Stress- und (adversen) Szenarioanalysen aus neuen RTF-Perspektiven • Projektion wesentlicher Risiken in mehrjähriger Kapitalplanung mittels adverser (Stress-)Szenarien unter Beachtung der neuen Perspektiven – Stresstests oder Sensitivitätsanalysen?
  • Ertrags-Analyse: Steuerung und Überwachung von Ertragskrisen/-risiken • Bewertung der Stabilität der erwirtschafteten Erträge unter Beachtung von Klumpenrisiken und Risikoappetit • Aufdecken der Abhängigkeit zwischen Geschäftsfeldern • Bewertung wesentlicher Ertragstreiber • Erträge als Bestandteil der Risikodeckungsmasse in der RTF-Analyse
  • Ergänzende Analyse von Konzentrationsrisiken: Geschäftsmodellimmanente Konzentrationen und deren Abbildung in Geschäftsprozessen • Überwachung nicht-geschäftsmodellimmanenter Konzentrationsrisiken • Auswirkungen von Konzentrationsrisiken auf Risikoprofil und Risikokennziffern

(dazw. 15 min. Kaffeepause; ca. 17:00 Uhr Ende des Fachseminars)

Doku verfügbar ab:

07.05.2020

Ihre Dozenten

Sandy Holsten
Fachprüferin Referat Bankgeschäftliche Prüfungen
Deutsche Bundesbank


Prof. Dr. Dirk Heithecker
Fachbereich Quantitative Methoden und Corporate Finance
Hochschule Hannover


Spezialistenzertifikat

Bilden Sie sich zum Spezialisten in Ihrer Fachrichtung fort und erhalten Sie dafür ein Hochschulzertifikat. Weisen Sie so auch gegenüber der Aufsicht, dem Arbeitgeber und den Kunden Ihre Sachkund...

Mehr erfahren
Nehmen Sie am Seminar teil

Bei Seminarteilnahme erhalten Sie die Dokumentation bereits inklusive.

zum Seminar
Mit freundlicher Unterstützung von

Um die Webseite so optimal und nutzerfreundlich wie möglich zu gestalten, nutzen wir Google Analytics und hierfür erforderliche Cookies. Weitere Infos finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.