Seminardokumentation: Übergang Going Concern-Ansatz auf neue normative RTF-Perspektive

Vermeidung einer Doppelunterlegung wesentlicher Risiken mit Eigenkapital • Aufwertung der Kapitalplanung • Stresstests vs. adverse Szenarien • Abschätzung SREP-Zuschlag!

Mit dem neuen aufsichtlichen RTF-Leitfaden wird die Ausgestaltung der Risikotragfähigkeit (RTF) in Form des Fortführungs- oder Liquidationsansatzes perspektivisch aufgegeben und durch – parallel zu erfüllende – neue Steuerungsperspektiven abgelöst. Dabei stellt der Übergang der etablierten Going Concern-Ansätze auf die neue normative Perspektive die Institute vor große Herausforderungen. Neben dem Zusammenspiel zwischen MaRisk-Stresstests und adversen Szenarien der Kapitalplanung gewinnt der Umgang mit Planabweichungen aus Soll-Ist-Vergleichen unter Beachtung des individuellen SREP-Zuschlags an Bedeutung. Zwar hat die BaFin „bis auf weiteres“ die Nutzung der alten Going-Concern-Ansätze gestattet, allerdings hat sie deutlich an die Institute appelliert, sich frühzeitig (insb. auch methodisch) mit den neuen RTF-Ansätzen auseinanderzusetzen.

Inhaltsverzeichnis:

Seminardokumentation

Verfügbar ab Nettopreis
31.03.2020 150,00 €

Seminarthemen und Agenda

Von alten Going Concern-Ansätzen zur neuen normativen Risikotragfähigkeit (RTF)-Perspektive: regulatorische Neuregelungen Auslegungsfragen Erwartungen der Aufsicht

  • Fortführung der dualen Sichtweise in Bezug auf periodischen/GuV-orientierten und barwertig/ökonomischen Kalkulationsansatz im neuen Risikotragfähigkeit (RTF)- bzw. ICAAP-Leitfaden
  • Ablösung der "alten" Going Concern-Ansätze durch einen periodischen RTF-Simulationsansatz auf regulatorischer Basis (sog. normative Perspektive): u.a. Erfassung aller Risiken mit direkten (Säule 1) und indirekten (z.B. mittels Wertberichtigungen) Kapitalwirkungen • laufende RTF-Sicht und mehrjähriger Kapitalplanungsprozess
  • Ergänzung der normativen um eine sog. ökonomische RTF-Perspektive: u.a. VaR-basierte Risikokennzahlen vs. Risiko­deckungsmasse • Vernachlässigung der Erträge aus geplantem Neugeschäft • Umgang mit außerbilanziellen Positionen und stillen Reserven/Lasten • Voraussetzungen für die Ausgestaltung als „Säule 1 Plus“-Ansatz
  • Besonderheiten bei der Risikoquantifizierung: Konsistenz der Methodenfreiheit zum Geschäftsmodell und Risikoprofil • 99,9% Konfidenzniveau? • Voraussetzung für Nutzung von Expertenschätzungen und Kapitalpuffer • Sicherstellung unabhängiger Validierung und ggf. organisatorischer Trennung
  • Herausforderungen im Stresstesting: adverse Szenarien als Teil des Stresstest-Programms? • außergewöhnliche, aber plausible makroökonomische AnnahmenMethodenfreiheit bei Konstruktion der Szenarien zur Messung erheblicher Auswirkungen auf die Kernkapitalquote
  • Enge Verzahnung beider Perspektive: Einfluss barwertiger (z.B. Credit-Spread-) Risiken auf künftige GuV-, Eigenmittel- und Gesamtrisikobetrag-Positionen im Rahmen der Kapitalplanung • Quantifizierung der Auswirkungen auf die verlustfreie Bewertung des ZinsbuchsDokumentation konsistenter Risikomanagement-Prozesse
  • Diskussion aktueller Auslegungsfragen im Zusammenhang mit dem neuen RTF- und ICAAP-Leitfaden

(dazw. 15 min. Kaffeepause, 13:00-14:00 Uhr gemeinsames Mittagessen)

Vermeidung von Stolpersteinen beim Übergang auf die normative Perspektive: Verzahnung RTF-Kalkulation & Kapitalplanung • Stress- und adverse Szenarien • Ableitung angemessener Puffer

  • Bisherige Going Concern-Ansätze vs. neue normative Perspektive: Ähnlichkeiten und Unterschiede in Grundannahmen, Messmethodik und Steuerungswirkung
  • Bestimmung angemessener Planungsannahmen für mehrjährige Zeiträume – Durchspielen der erwarteten Veränderung der Geschäftstätigkeit, strategischen Ziele und des wirtschaftlichen Umfelds im Basisszenario • Praxistipps zur prüfungsfesten Dokumentation nachvollziehbarer Planungsprämissen
  • Ableitung eines Planszenarios auf Basis der erwarteten Geschäftsentwicklung und angemessener adverser Szenarien zur Darstellung gravierender Bedrohungspotenziale
  • Umgang mit Abweichungen in der Kapital- und RTF-Planung aufgrund von aktuellen Plan-Ist-Vergleichen
  • Auslöser für unterjährige Aktualisierungen der Ergebnis- und der RWA-Entwicklung in der Kapitalplanung
  • Einschätzung der eigenen Geschäftsplanung und der regulatorischen Entwicklungstendenzen zur Ableitung eines perspektivischen SREP-Zuschlags
  • Ableitung sinnvoller Managementpuffer als neuer zusätzlicher Ausdruck des Risikoappetits des Instituts – geeignete Informationsquellen?
  • Maßnahmen zur Wiederherstellung der Einhaltung regulatorischer Vorgaben und Zielkennziffern im Einklang mit Institutsstrategie und Sanierungsplan nach SAG/ MaSan – Synergieeffekte durch neuen ICAAP?
  • Ableitung wertvoller Steuerungsimpulse durch Zusammenspiel der beiden neuen Steuerungsperspektiven
  • Voraussetzungen für die Erfassung von Säule 2-Risiken in adversen Szenarien der normativen Perspektive
  • Unterschiede in der Zielsetzung und Ausgestaltung zwischen MaRisk-Stresstests und adverse Szenarien
  • Auswirkung der neuen Perspektive auf Risikostrategie (Risikoappetit) und operative Steuerungsinstrumente

(dazw. 15 min. Kaffeepause, ca. 17:00 Uhr Ende der Veranstaltung)

Doku verfügbar ab:

31.03.2020

Ihre Dozenten

Jan Bangert
Prüfungsleiter Referat Bankgeschäftliche Prüfungen 3
Deutsche Bundesbank


Frank Neumann
Leiter Controlling, Bereich Unternehmenssteuerung
Sparkasse Bodensee


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