Seminardokumentation: Überwachung/Steuerung bislang unterschätzter Adressrisiken im Depot A

Implementierung häufig stiefmütterlicher Bonitätsprüfungs-, Genehmigungs-, Frühwarn-, laufender Überwachungs-, Steuerungs- & Reporting-Prozesse bei Eigenanlagegeschäften

Die dezidierten MaRisk-Kreditvorgaben und entsprechenden Prozesse werden seit vielen Jahren im klassischen Kundengeschäft ordnungsgemäß umgesetzt. Für Adressrisiken im Depot A ist das bislang nicht der Fall. Dort werden teilweise die Emittenten- und Kontrahentenrisiken unbewusst zusammengefasst sowie die Kreditgenehmigungspflichten, Frühwarn-, Überwachungs-, Steuerungs- und Reporting-Prozesse stiefmütterlich bzw. „für die Galerie“ aufgesetzt. Ein Bundesbanker berichtet über Prüfungsansätze, häufige Feststellungen und Prüfungserfahrungen sowie über „versteckte“ Adressrisiken in Depot A und Spezialfonds unter Beachtung verschärfter Durchschaupflichten. Danach überträgt ein erfahrener (Risiko-)Controller einzelne Prozessschritte aus dem Kredit- aufs Depot A-Geschäft und gibt Praxishinweise zur Steuerung und Überwachung von Depot A-Risiken.

Inhaltsverzeichnis:

Seminardokumentation

Verfügbar ab Nettopreis
28.05.2020 150,00 €

Seminarthemen und Agenda

Überwachung von Adressenausfallrisiken im Depot A nach neuem RTF-Leitfaden und MaRisk

  • Verschärfte (Mindest-)Anforderungen an die Kreditportfolio-Steuerung im neuen Risikotragfähigkeit(RTF-)Leitfaden
  • Vorgaben für die Risikoquantifizierung in der neuen normativen Perspektive: Quantifizierung risikogewichteter Positionsbeträge nach CRR • Analyse der Auswirkung des Migrationsrisikos in unterschiedlicher Ausprägung auf künftige GuV-, Eigenmittel-, Gesamtrisikobetrag-Belastungen • (in)direkte RWA-Auswirkungen
  • Anforderungen aus ökonomischer Perspektive: Erfassung (un)erwarteter Verluste • Risikobetrachtungshorizont • Abbildung der Wertschwankungen bei Beteiligungsrisiken – Verbundbeteiligung als plausibler Pauschalbetrag? • Credit Spread- und Migrationsrisiken im Kreditportfoliomodell – Bereinigung des anzusetzenden Risikobetrags bei Überschneiden beider Risiken
  • Behandlung von Dritten abgegebener konkreter Ausfallgarantien für bestimmte/exakt bestimmbare Assets
  • Erfassung von Credit Spread-Risiken für zinstragende Geschäfte im Anlage-/Handelsbestand des Depot A
  • Selten umgesetzte BTO 1 MaRisk-Anforderungen bei Adressenausfallrisiken im Depot A als Auslöser für Prüfungshandlungen und Feststellungen
  • Risikoklassifizierungsverfahren für Wertpapieranlagen: Kriterien zur Festlegung von Emittenten-/Kontrahentenrisiken? • Einbindung in Prozesse und Kompetenzordnung • Plausibilisierung externer Ratings
  • Funktionstrennung und Votierung – Liegen konsistente Kompetenzordnung und Entscheidungsregeln für abweichende Voten vor? • Zuordnung von Schuldscheindarlehen zum Depot A oder Kundenkreditgeschäft?
  • Kritische Aspekte von Engagements in (Stress-)Szenarien? • Institutsurteil vs. externes Rating?
  • Bewertung interner Frühwarnverfahren auf der Grundlage quantitativer und qualitativer Risikomerkmale
  • Identifizierung und prozessuale Zusammenführung „versteckter“ Adressrisiken im Depot A und im Spezialfonds (Durchschaupflicht!)
  • (Neue) Prüfungsansätze, 44er-Feststellungen und Erwartungen mit Blick auf die Kreditportfolio-Steuerung

(dazw. 15 min. Kaffeepause; 13:00–14:00 Uhr gemeinsames Mittagessen)

Sicherstellung häufig stiefmütterlicher Prozesse zur Bearbeitung, Kontrolle und Risikovorsorge von Eigenanlagegeschäften

  • Funktionstrennung zwischen Markt und Marktfolge zur Vermeidung einer (un)bewussten NPP-Umgehung
  • Schlanke Entscheidungsprozesse bei der Limitierung von Emittenten- und Kontrahentenlimiten
  • Beschluss-, Beurteilungs- und Kontrollstandards im Depot A analog zum Kundenkreditgeschäft zur Früherkennung von Adressrisiken und Risikokonzentrationen
  • Überprüfung marktunabhängiger Votierung – Ist ein Wertpapierkauf der Höhe und Form nach vertretbar?
  • Überwachung der Arbeitsabläufe bis zum Wertpapierkauf: Analyse der Kapitaldienstfähigkeit des Emittenten/Kontrahenten • wirtschaftliche Verhältnisse des Emittenten (Datenverfügbarkeit)?
  • Turnus und Tiefe der Beurteilung des Emittenten/Kontrahenten – Auslöser für außerordentliche Überprüfung der Engagements und Sicherheiten
  • Prozessabhängige Kontrollen zur Einhaltung der Organisationsrichtlinien – Inwieweit läuft Anlageentscheidung nach Kompetenzordnung ab? • Nutzung von Erleichterungsregeln
  • Ermittlung/Fortschreibung der Risikovorsorge – Kriterien zur Bildung von Abschreibungen im Wertpapiergeschäft • Risikoreporting

Überwachung der Bonitätsprüfungs-, Frühwarn-, Steuerungs- und Reporting-Prozesse im Depot A

  • Klassifizierungsverfahren zur Beurteilung von Emittenten-/Kontrahentenrisiken: Entwicklung maßgeblicher Risikoindikatoren • geräuschlose Einbindung der Verfahren in Depot A-Prozesse
  • Früherkennung von Emittenten-/Kontrahentenrisiken und Einleitung von Gegenmaßnahmen – Festlegung ggf. nicht zu erfassender Wertpapierarten/-größenordnungen?
  • Beurteilung wirksamer Frühwarnindikatoren auf Basis quantitativer und qualitativer Risikomerkmale
  • Prozesse zur Steuerung von Emittenten-/Kontrahentenrisiken: Wesentlichkeitsbeurteilung • Ableitung von Sachverhalten aus (Stress-)Szenarien • Emittentenlimite für zeitkritische Depot A-Transaktionen? • Umgang mit Limitüberschreitungen
  • Emittenten-/Kontrahentenrisiko-Reporting an Anlageausschuss, Vorstand (und Aufsichtsrat?) – Berichtspflichtige Kreditentscheidungen?
  • Durchschau auf strukturierte Produkte und Spezialfonds zur Früherkennung von Risikokonzentrationen

(dazw. 15 min. Kaffeepause; ca. 17:00 Uhr Ende des Fachseminars)

Doku verfügbar ab:

28.05.2020

Ihre Dozenten

Dominik Leichinger
Prüfungsleiter Referat Bankgeschäftliche Prüfungen 2
Deutsche Bundesbank


Christian Schnabel
Vorstandsvertreter, Bereichsdirektor Unternehmensentwicklung
Sparkasse Hildesheim Goslar Peine


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