Neuer Kreditrisikostandardansatz (KSA) unter Basel IV

Weitreichende Auswirkungen durch höhere Risikosensitivität (u.a. Immobilienkredite) ● Neue Risikogewichte ● Differenziertere Aufteilung der (neuen) Forderungsklassen

Der Baseler Ausschuss hat den Standardansatz zur Berechnung der EK-Anforderungen für das Kreditrisiko als Bestandteil des Rahmenwerkes Basel IV überarbeitet mit dem Ziel durch eine höhere Granularität die Risikosensitivität des KSA zu verbessern. Die finalen Fassung sieht u.a. eine differenzierte Aufteilung der Forderungsklassen, die Modifizierung einzelner Risikogewichte und einen risikosensitiveren Ansatz im Bereich der Immobilienkredite vor. Für alle Institute stellt sich unmittelbar die Frage, inwieweit sich die Vorgaben des neuen KSA auf die Höhe ihrer Kapitalanforderungen direkt auswirkt. Das Seminar verdeutlicht die weitreichenden Konsequenzen, u. a. auf Richtlinien, Prozesse, Systeme und Kontrollen, um sicherzustellen, dass ihre internen Bonitätsbeurteilungen eine angemessene Ableitung regulatorischer Risikogewichte zulassen.

Inhaltsverzeichnis:

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28.10.2020 Frankfurt/M. 790,00 €
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Seminarthemen und Agenda

Weitreichende Änderungen und neue Vorgaben aus der grundlegenden Überarbeitung des KSA

  • Finale Fassung des überarbeiteten KSA als Bestandteil von Basel IV - Anpassungen der Bestimmungen zu Kreditrisikominderungstechniken
  • Auswirkungen des neuen KSA auf die Geschäftsstrategie unter Berücksichtigung des Kapitalplanungsprozesses -  Anstieg der Kapitalanforderungen; direkten Auswirkungen bereits auf aktuelles Neugeschäft
  • Weitreichende Umsetzungs- und Anpassungsbedarf für alle Institute aufgrund höherer Komplexität des überarbeiteten KSA und neuer Forderungsklassen 
  • Modifizierung und stärkere Spreizung der Risikogewichte (jetzt in Bandbreite von 0% bis 400%) - komplexere Ermittlung
  • Festlegung von Untergrenzen/Schwellen („Floors“) für vorzuhaltendes Mindesteigenkapital mit Kopplung an den KSA - Inwieweit müssen KSA-Häuser mit Kapitalzuschlägen z.B. bzgl. Immobilienportfolien rechnen?
  • Verschärfte Vorgaben für die Überwachung einzelner Risikotreiber
  • Risikosensitiverer Ansatz im Bereich der Immobilienkredite - Rückzahlung der Forderungen aus Cash Flow vs. aus der jeweiligen Immobilie - Besicherungsquote ("Loan-to-Value") bestimmt das Risikogewicht
  • Teilweise Anwendung aufsichtlich vorgeschriebener Parameter – inwieweit sind eigene Schätzungen noch zulässig?
  • Erhöhte Konversionsfaktor für jederzeit kündbare Kreditlinien
  • Verwendung externer Ratings: Ableitung der Risikogewichte aus externen Ratings nach nationalem Ermessen weiter möglich, aber erhöhte Überprüfungspflichten
  • Forderungen an Banken: zusätzlicher Aufwand durch eigene Beurteilung der Angemessenheit externer Ratings anhand qualitativer Kriterien
  • Forderungen an Unternehmen: Flat-Risk-Weight bei ungerateten Unternehmen 
  • Neue Unterscheidung der Risikogewichtung bei KMUs – Neu: einige Spezialfinanzierungen sind dem Immobilienportfolio zuzurechnen
  • Nachrangige Forderungen und Beteiligungen: einheitliche Flat-Risk-Weight
  • Retail/Mengengeschäft: u.a. Grenze für Forderungen an einen Schuldner
  • Immobilienfinanzierung: Wegfall des (synthetischen) Realkreditsplittings mit bisher weiter Zweckerklärung (Zuordnung der Immobiliensicherheit zu einem(!) Kredit) – zunehmende Risikogewichtung mit steigendem BLW – Kapitaldienstfähigkeit (DSCR) künftig ohne Relevanz für die Risikogewichtung
  • Außerbilanzielle Geschäfte: Unterlegung von Linien/Dispos mit bis zu 75%(!?)
  • Konsequenzen & Umsetzungsaufwand auch für Regionalbanken


Praxisbericht und Auswirkungsanalysen zur Umsetzung der neuen KSA-Anforderungen

  • Praktische Hinweise zur Überprüfung des Anpassungsbedarfs bestehender Kreditvergabeprozesse und Nacherhebung von Daten aus dem Bestandsgeschäft - vielfältige Interdependenzen
  • Quick Check: Überblick und Quantifizierung wesentlicher Effekte
  • Praxistipps für die Erarbeitung einer detaillierten Auswirkungsanalyse: Berücksichtigung der erwarteten KSA-Auswirkungen bereits im aktuellen Neugeschäft (Pricing!) zur Vermeidung künftiger Margenverringerungen/ Ertragseinbußen aufgrund steigender Kapitalanforderungen - Berücksichtigung von Wechselwirkungen mit RTF(!) und künftigen Refinanzierungsmöglichkeiten
  • Segmentierung der Forderungsklassen: Identifizierung von Abgrenzungskriterien und Segmentierungsreihenfolge
  • Eigenarten der neuen Forderungsklassen „Hochrisikopositionen“, „Spezialfinanzierungen“, „Nachrangverbindlichkeiten, Eigenkapital und andere Kapitalinstrumente“ sowie „Forderungen mit kurzfristigem Rating“
  • Zuordnung von Risikopositionen auf Einzelgeschäftsebene
  • Hoher prozessualer Umsetzungsaufwand (Kosten!)
  • Einbeziehung der neuen Forderungsklassen in die bestehenden und neu aufzusetzenden Prozesse im Institut
  • Vorgehensweise bei der Bonitätsbeurteilung des Schuldners durch interne und externe Ratings und Zuordnung zu einer Forderungsklasse mit entsprechenden Risikogewichten
  • Inwieweit spiegelt die pauschale Risikogewichtung ungerateter Forderungen das tatsächliche Kreditrisiko adäquat wider?
  • Ermittlung des anhaftenden Risikos der zugrundeliegenden Positionen – Nutzung eigener Risikoklassifizierungsverfahren – wie „abhängig“ sind die Institute bislang von externen Ratings?
  • Vorgehen bei der Bereitstellung quantitativer Daten sowie der Neuausrichtung der Risikogewichtung ohne externe Ratings für einzelne Forderungsklassen
  • Ansätze zur Quantifizierung des Kreditrisikos und Anforderungen an die Risikoparametrisierung für die quantitative Eigenkapitalunterlegung
  • Berücksichtigung mehrjähriger Kapitalplanungszeiträume in der Planung unter Beachtung der Auswirkung auf Strategie, Kapitalplanungsprozess und Pricing
  • Vorgehensweise bei der Bestimmung von Risikopositionen sowie Kalibrierung und Überwachung der jeweiligen Risikotreiber
  • Unterscheidung zwischen bilanziellen und außerbilanziellen Geschäften für die Bestimmung der im Standardansatz zu verwendenden Exposurehöhe
  • Umgang mit den Besonderheiten der Risikogewichte bei Retailportfolien – Festlegung von (künftig verbindlichen) Granularitätsschwellen
  • Interne Behandlung von Fremdwährungsforderungen und überfälligen Krediten sowie Verwendung von Kreditrisikominderungstechniken
  • Möglichkeiten der Früherkennung von Verwässerungsrisiken und Einleitung geeigneter Gegenmaßnahmen
  • Regelmäßige Berichterstattung der Gesamtrisikoposition bzw. der quantifizierten (Einzel-)Risikopositionen zur Ermittlung der Risikotragfähigkeit
  • Vorgehensweise bei der selbständigen Ermittlung und Definition des „hohen Verlustrisikos“ zur Ableitung und Bestimmung von Hochrisikopositionen 

Praxis-Check: Eigenkapital-Schonung durch Umstellung auf IRB-Ansatz? Welche Prozess-Anpassungen sind nötig/möglich, um maximale Eigenkapital-/Kosten-Einsparungen zu erreichen?

Konditionen und Organisatorisches

Im Teilnahmeentgelt enthalten: Seminardokumentation, Erfrischungen, Mittagessen und ein Fachbuch, sofern dies unter dem Seminartitel links erwähnt ist. Das Fachbuch wird nur vor Ort ausgehändigt und kann bei Ausverkauf durch einen gleichwertigen Titel ersetzt werden. Bei der Teilnahme an mehreren Seminaren dieser Seminarreihe durch einen oder mehrere Mitarbeiter aus demselben Unternehmen erhalten Sie für jedes weitere Seminar € 50,- Rabatt.

Sie erhalten nach Eingang der Anmeldung Ihre Anmeldebestätigung/Rechnung. Bitte überweisen Sie den Rechnungsbetrag innerhalb von 30 Tagen nach Zugang der Rechnung. Bei Stornierung Ihrer Anmeldung bis zu vier Wochen vor dem Veranstaltungstermin erheben wir ein Bearbeitungsentgelt von 150,- €*. Bei Stornos nach diesem Zeitpunkt wird das gesamte Seminarentgelt fällig. Zur Fristwahrung müssen Stornos schriftlich bei uns eingehen. Kostenfreie Vertretung durch Ersatzteilnehmer beim gebuchten Termin ist möglich. Umbuchungen auf ein anderes Seminar sind bis zu vier Wochen vor dem Veranstaltungstermin kostenfrei, danach fällt ein Bearbeitungsentgelt von 150 Euro* an. Bei Absage durch den Veranstalter wird das volle Seminarentgelt erstattet. Darüber hinaus bestehen keine Ansprüche, wenn die Absage mindestens zwei Wochen vor dem Seminartermin erfolgt. Änderungen des Programms aus dringendem Anlass behält sich der Veranstalter vor.

Durch die Teilnahme am Seminar erhalten Sie 7 CPE-Punkte als Weiterbildungsnachweis für Ihre Zertifizierung.

* zzgl. 19 % MwSt. ** inkl. 7 % MwSt.

Tagungsort

relexa Hotel Frankfurt/Main
Lurgiallee 2 in 60439 Frankfurt/M.
Telefon: 069 957 78-0
Fax: 069 957 78 878
http://www.relexa-hotel-frankfurt.de/

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28.10.2020

Ihre Dozenten

Felix Kallmeyer
Referat für Grundsatzfragen des Kreditrisikos - Bankenaufsicht
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht


Oliver Döringer
Senior-Risikocontroller
Greensill Bank AG


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