MREL – Bail-in-fähige Verbindlichkeiten und Banksteuerung

Freitag, 28. Juni 2019

Bilanzstrukturmanagement und Integration in das Funds Transfer Pricing-System

Christian Hasenclever, Leiter Strategic ALM im Treasury, Schwerpunktthemen: strategische Liquiditätssteuerung und Funds Transfer Pricing, Norddeutsche Landesbank (NORD/LB)





I. Einleitung und Hintergrund

Ausfallende und leistungsgestörte Kreditforderungen haben während der sog. Finanzmarktkrise der 2007/2008er Jahre zu einer industrieweiten Erosion der Kapitalausstattung der Banken geführt. Der hohe Kapitalverzehr führte vielfach zu einer Gefährdung oder Unterschreitung der seinerzeit geltenden, regulatorischen Mindestkapitalanforderungen bzw. zu einer Überschuldung einzelner Institute. Verstärkend wirkte dabei, dass sich einzelne Kapitalinstrumente als nicht nachhaltig für die Verlustbeteiligung erwiesen. Eine massive Vertrauens- und Liquiditätskrise waren die bekannte Folge, die das gesamte Finanzsystem gefährdete. Der systemische und flächendeckende Charakter der Krise führte zu einem staatlichen Bail-out, d. h. der Staat stellte umfangreich und direkt Kapital zur Verfügung, da die Banken ihre Schieflagen nicht mehr eigenständig beseitigen konnten.

Die staatliche Rekapitalisierung ermöglichte es den Banken, ihre regulatorischen Mindestanforderungen wieder einzuhalten und ihre jeweilige Geschäftstätigkeit fortzuführen. Die gesamtwirtschaftlich eminente Bedeutung eines stabilen Finanzsektors mag die Maßnahmen gerechtfertigt haben, politisch umstritten blieben sie dennoch. Zumal der staatliche Bail-out das Moral Hazard-Problem durch eine überhöhte Risikoneigung in den Banken verstärkt, da diese unterstellen, dass mögliche Verluste aufgrund der impliziten Staatshaftung vergemeinschaftet werden können. Ziel der internationalen Bankenregulierung ist es seitdem, die Abwicklung oder Rekapitalisierung der Banken ohne Gefährdung des Finanzsystems und/oder Rückgriff auf eine staatliche Unterstützung zu ermöglichen[1]. [...]
Beitragsnummer: 2569

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