Hamburger Wertpapier-Tage: Aufsichtsrecht & Verbraucherschutz

Schlagende Themen der Wertpapieraufsicht und Wertpapierpraxis 2020

Die Aufsicht richtet weiterhin stringent ihr Augenmerk auf die Umsetzung und Einhaltung der verbraucherschützenden MiFID II-Vorschriften. In ihren beiden Marktuntersuchungen hat die BaFin in mehreren Bereichen, insbesondere bei der Geeignetheitsprüfung/-erklärung und Kostentransparenz Nachbesserungsbedarf der Kreditwirtschaft gesehen. Das Wertpapiergeschäft unter MiFID II, das Zusammenspiel nationaler und vor allem europäischer Vorschriften bildet wiederum den Schwerpunkt unserer Tagung und bietet Leitern/Mitarbeitern der Wertpapier(vertriebs)bereiche, Revision, Compliance und Recht sowie externen Prüfern/Beratern einen kompakten Überblick über die aktuellen aufsichts- und verbraucherschutzrechtlichen Vorgaben und Entwicklungen im Wertpapierbereich. Am Abend des ersten Tages bieten wir die Gelegenheit zu einem gemeinsamen Event zwecks Kontaktpflege über den eigenen Verbund hinaus.

Inhaltsverzeichnis:

Nächster Termin

04.05.2020 - 05.05.2020 Hamburg 1.400,00 €
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Seminarthemen und Agenda

Regulatorischer Überblick über den ESG-Aktionsplan der EU-Kommission und seine Auswirkungen auf das Wertpapiergeschäft

  • Taxonomie-VO: DER „Rahmen“ für nachhaltige Investitionen 
    • Ergebnisse der Kommissionseinigung vom 17. Dezember 2019
    • Nachhaltigkeitseinstufung – Gemeinsame Kriterien und Definitionen sowie konkrete Schwellenwerte für „grüne“ bzw. „nicht grüne“ Investitionen
    • Delegierte Rechtsakte zur Umsetzung
  • Disclosure-VO: Nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor 
    • Künftige Informationspflichten der WpDU gegenüber Kunden (u. a. auf Internetseite, im Beratungsprozess)
    • Berücksichtigung von Nachhaltigkeitszielen und -aspekten in Anlageprodukten und -entscheidungen
    • Pflicht zur Offenlegung im Beratungsprozess!
    • Ausblick auf künftige konkretisierende ESMA-RTS und Q&As
  • Integration von Nachhaltigkeitsaspekten/-risiken in MiFID II 
    • Erforderliche Einbeziehung und Anpassung des Product Governance-Prozesses
    • Anpassung des Beratungsprozesses (künftige Berücksichtigung in Geeignetheitsprüfung und -erklärung) 
      • Pflicht zur Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenzen
      • Notwendige Einbeziehung in die Anlageentscheidung
      • Dokumentationserfordernisse
  • Ausblick auf nationale Umsetzung in Österreich

 

PRIIPs-Review 2020

  • Ziel: Harmonisierung des Anwendungsbereichs und der Informationspflichten! 
  • Künftige Technical Advice (RTS) der ESAs für PRIIPs-KID 
    • Änderung der Errechnung und Darstellung von Performance-Szenarien
    • Änderung der Errechnung und Darstellung der Kostenstruktur von Produkten
    • Einbeziehung von UCITS in die PRIIPs-VO
    • Auswirkungen auf Hersteller und Vertrieb

Stand der Umsetzung der europäischen ESG-Rechtsakte und Kriterien in Deutschland 

  • BaFin-Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken und seine Auswirkungen auf das Wertpapiergeschäft 
    • Rechtsnatur von BaFin-Merkblättern und Rundschreiben 
    • Auswirkungen der Unverbindlichkeit des BaFin-Merkblatts zu Nachhaltigkeitsrisiken
    • Aufsichtsrechtliche Definition von Nachhaltigkeitsrisiken und Konkretisierung durch BaFin-Beispiele
    • Auslegungshilfen zur Umsetzung des BaFin-Merkblatts: 
      • „Network of Central Banks and Supervisors for Greening the Financial System“ (NGFS) der Zentralbanken
      • Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsthemen in den Anlageportfolien der Zentralbanken
      • Ausblick: technische Dokumente zu den Transitionsszenarien des NGFS, Leitlinien zu Szenario-basierter Klimarisikoanalyse sowie Leitfaden zu aufsichtlichen Praktiken
    • GAP-Analyse sinnvoll?
    • Auswirkungen auf Prüfungspraxis
    • Ausblick auf erwartete MaRisk-Novelle 2020
  • Künftige Auswirkungen auf zivilrechtliche Haftung für Kapitalmarktinformationen, die Produktgestaltung und Anlageberatung 
    • Prospekthaftung im engeren/weiteren Sinne 
    • KapMuG/MuKlaG
  • Ergänzung der CSR-Richtlinie: Klimarisiken als Teil der regulären Berichterstattung (TCFD-Empfehlungen) 
    • Verpflichtende Erklärung, ob und inwieweit mit dem Klimawandel verbundene Risiken von den Finanzmarktteilnehmern erfasst und gesteuert werden!

„Green Products“ im Product Governance Prozess – Praxisbericht

  • EU-Green-Bonds-Standard 
    • Anforderungen (Framework, Erlöse für umweltfreundliche Projekte, externe Überprüfung)
    • Reporting 
  • Grüne und soziale Pfandbriefe
    • Mindeststandards
    • EU-Taxonomie
  • Anforderungen an die Entwicklung von nachhaltigen Finanzprodukten
    • Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in Product Governance-Prozess (über Green Building zum Green Loan hin zum Green Bond!)
    • Produktlabeling, Kategorien, Kundengruppen
    • Transparenzpflichten (u. a. Website, VVI)
    • Auswirkungen auf institutionelle Anleger und Vermögensverwalter
    • Gewinnung neuer Anlegerschichten?
  • Nachhaltigkeitsmanagement
    • Erarbeitung Strategie und Programm
    • Einführung eines Nachhaltigkeitsbeauftragten, Steuerungsgremiums und Controllings
    • Notwendige Ablauforganisation
    • Anforderungen an zu implementierende Software
  • Funktion und Aufgaben eines Nachhaltigkeitsbeauftragten
  • Integration des „BaFin-Merkblattes zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisken“ ins Risikocontrolling

BaFin-Fokus ausgewählter MiFID II-Themengebiete:

 (Verschärfte) Anforderungen an die Geeignetheitsprüfung und -erklärung 

  • Verschärfter Prüfungsmaßstab aufgrund der Ergebnisse der BaFin-Marktuntersuchung 2019? 
  • Sind Angaben vollständig und Anlageempfehlung nachvollziehbar? Freitextfeld künftig unverzichtbar?
  • Prozesse für eine regelmäßige Beurteilung der Geeignetheit erforderlich?
  • Sind weitere Konkretisierungen durch den neuen BT 7 MaComp zu erwarten?

 „Zankapfel“ Zuwendungen

  • Qualitätsverbessernde Maßnahmen: 
    • Erfolgen weitere Konkretisierungen der Aufsicht bei auslegungsbedürftigen Begrifflichkeiten (u. a. „konkreter Vorteil für den jeweiligen Kunden“, „andere fortlaufende Dienstleistung mit wahrscheinlichem Wert für den Kunden“)?
    • Droht ein Ende des „Filialprivilegs“ bei großflächigen Filialschließungen?
  • Zuwendungs-, Maßnahmen- und Verwendungsverzeichnis: 
    • Fristigkeit der Erstellung (fortlaufend und fristgerecht?)
    • Zugrunde liegende Datenbasis und Qualität der Zahlungsströme plausibel? 
    • Zuordnung zu einzelnen Mitarbeitern möglich?
  • Umgang mit Staffelprovisionen

 Kostentransparenz und -information

  • Knackpunkt selbsterstellte Kosteninformationen, Informationen von Fremdanbietern, Drittsystemen: Alle relevanten Kostenbestandteile in „ex-ante“ enthalten? 
  • Datenqualität „ex ante“/„ex post“
  • Validierung der Schätzungen erfolgt?

 

MiFID II-Review 2020: BMF-Positionspapier – folgen Erleichterungen für den Vertrieb?

  • Verzicht auf Telefonaufzeichnung bei Kundenwunsch?
  • Neue Kundenkategorie „semiprofessioneller Anleger“ (erfahrener Privatanleger) mit erleichterten Informationspflichten?
  • Erleichterter Vertrieb von „einfachen“ Aktien und „plain-vanilla-Anleihen“ (z. B. Wegfall Definition Zielmarkt, Verkauf Unternehmensanleihen ohne Informationsblatt)?
  • Verzicht auf Ex ante-Kosteninformation bei professionellen Kunden und geeigneten Gegenparteien?

Praxisrelevante ESMA-Q&As und ihre Auswirkungen auf interne Prozesse und das interne Kontrollsystem 

  • Hausinterne Analyse – welche Q&As sind praxisrelevant fürs eigene Haus?
  • „Comply or explain“?
  • Ist bei Praxisrelevanz eine Aufnahme in hausinterne Organisationsrichtlinien zwingend? 
  • Werden First-Level-Kontrollen durchgeführt? Sind diese für Compliance nachvollziehbar? 
  • Welche Anpassungen der Risikoanalyse sind erforderlich? Eigene Kontrollhandlungen durch Compliance in angemessener Granularität?

 Single Officer & MaDepot in der Praxis

  • Single Officer
    • Notwendige Abgrenzung Compliance – Single Officer bei Funktionstrennung erfolgt?
    • Anforderungen an Berichterstattung (jährlich, ad hoc)
    • Sind weitere zusätzliche Überwachungshandlungen durch Compliance erforderlich?
  • MaDepot 
    • Welche Geschäfte sind erfasst? Hausindividueller Check!
    • Umfang der Organisations-, Verhaltens-, Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten

 Beschwerdebericht 2020

  • Erste Praxiserfahrungen mit dem neuen umfangreicheren Beschwerdebericht 2020
  • Was fällt unter den Berichtspunkt „erfolgreiche Beschwerde“?
  • Wo bestehen weitere Unklarheiten und mögliche Fehlerquellen?

Konditionen und Organisatorisches

Im Teilnahmeentgelt enthalten: Seminardokumentation, Erfrischungen, Mittagessen und ein Fachbuch, sofern dies unter dem Seminartitel links erwähnt ist. Das Fachbuch wird nur vor Ort ausgehändigt und kann bei Ausverkauf durch einen gleichwertigen Titel ersetzt werden. Bei der Teilnahme an mehreren Seminaren dieser Seminarreihe durch einen oder mehrere Mitarbeiter aus demselben Unternehmen erhalten Sie für jedes weitere Seminar € 50,- Rabatt.

Sie erhalten nach Eingang der Anmeldung Ihre Anmeldebestätigung/Rechnung. Bitte überweisen Sie den Rechnungsbetrag innerhalb von 30 Tagen nach Zugang der Rechnung. Bei Stornierung Ihrer Anmeldung bis zu vier Wochen vor dem Veranstaltungstermin erheben wir ein Bearbeitungsentgelt von 150,- €*. Bei Stornos nach diesem Zeitpunkt wird das gesamte Seminarentgelt fällig. Zur Fristwahrung müssen Stornos schriftlich bei uns eingehen. Kostenfreie Vertretung durch Ersatzteilnehmer beim gebuchten Termin ist möglich. Umbuchungen auf ein anderes Seminar sind bis zu vier Wochen vor dem Veranstaltungstermin kostenfrei, danach fällt ein Bearbeitungsentgelt von 150 Euro* an. Bei Absage durch den Veranstalter wird das volle Seminarentgelt erstattet. Darüber hinaus bestehen keine Ansprüche, wenn die Absage mindestens zwei Wochen vor dem Seminartermin erfolgt. Änderungen des Programms aus dringendem Anlass behält sich der Veranstalter vor.

Durch die Teilnahme am Seminar erhalten Sie 7 CPE-Punkte als Weiterbildungsnachweis für Ihre Zertifizierung.

* zzgl. 19 % MwSt. ** inkl. 7 % MwSt.

Tagungsort

KAI 10 – the floating experience, Mercure Hotel Hamburg City
Amsinckstraße 53 in 20097 Hamburg
Telefon: +49 40 236 380
Fax: +49 40 236 381 55
https://www.kai10.de/

Nächster Termin

04.05.2020 - 05.05.2020

Ihre Dozenten

Daniela Krainz
Leiterin Kapitalmarkt Compliance
Landesbank Baden-Württemberg


David Paal
Compliance-Officer WpHG-Compliance Privat- und Firmenkundengeschäft
Deutsche Bank AG


Mag. Roland Dämon

Austrian Financial Market Authority (FMA)


Max Kirschhöfer
Rechtsanwalt
Thümmel, Schütze & Partner Rechtsanwälte


Christian Gudat
stellv. Compliance Beauftragter Compliance und Sicherheit
Deutsche Hypothekenbank AG


Spezialistenzertifikat

Bilden Sie sich zum Spezialisten in Ihrer Fachrichtung fort und erhalten Sie dafür ein Hochschulzertifikat. Weisen Sie so auch gegenüber der Aufsicht, dem Arbeitgeber und den Kunden Ihre Sachkund...

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