Projekte begleiten – im Spannungsverhältnis zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Mittwoch, 26. Juni 2019

Die Begleitung von wesentlichen Projekten als Chance und Herausforderung für die Revisionsarbeit – wie kann die Innenrevision dem (selbst) gesetzten Anspruch gerecht werden?

Thomas Christoph Roth, CIA CCSA, Abteilungsleiter, Innenrevision, Vertriebs- & Sonderprüfungen/Grundsatzfragen, TARGOBANK AG.

I. Einleitung

Das Berufsbild des Revisors[1] hat sich durch verschiedene Kräfte gewandelt. Das Unternehmen möchte zeitnah und präventiv über Risikoentwicklungen und -treiber informiert werden. Das Wettbewerbsumfeld in der Finanzindustrie erfordert eine schnelle und effiziente Prozessarchitektur mit attraktiven Produktlösungen in einem weitestgehend verteilten Markt. Die Aufsichtsbehörden und der Gesetzgeber bilden ein Netz aus Regeln, Verlautbarungen, konkretisierenden Verwaltungsvorschriften und Empfehlungen, die das Wissen der Innenrevision als eine Stütze eines aktiven und wirksamen Risikomanagements ansehen.

Insoweit ist es naheliegend, die Tätigkeit einer Innenrevision auf die Begleitung von Projekten zu fokussieren, so geschehen mit BT 2.1 Tz. 2 der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk). Die Innenrevision hat unter Wahrung ihrer Unabhängigkeit und unter Vermeidung von Interessenskonflikten bei wesentlichen Projekten begleitend tätig zu sein.

Aber wie stellt es sich dar, wenn der Revisor außerhalb seiner Prüfroutine vorausschauend wesentliche Projekte begleitet und kein fertiges „Produkt“ vorfindet, sondern eine bewegliche Projektstruktur? Welchen Anspruch sollte die Innenrevision verfolgen, einerseits vor dem Hintergrund der gesteckten Ziele ihres Auftraggebers und andererseits vor dem Hintergrund des Regelwerks der Aufsicht? Und wie kann in der Projektbegleitung mit dem Postulat der Unabhängigkeit umgegangen werden?

II. Vor der Projektbegleitung: Grundlagen und Abläufe

Unter anderem zur Erfüllung aufsichtsrechtlicher Anforderungen, wie der zur Projektbegleitung gem. MaRisk, sind durch das Projekt funktionsfähige Prozesse und aufeinander abgestimmte Schnittstellen zu etablieren und durch die Innenrevision zu beurteilen. Vorab ist es wichtig, Projekte zu definieren und in ihrer Wesentlichkeit zu bewerten.

1. Definition eines „Projekts“

Das Wesen eines Projekts ist grundsätzlich in Abgrenzung zu artverwandten Change-Management-Anstrengungen wie Programmen, Initiativen bzw. Konzepten zu sehen, die alle das Ziel verfolgen, den Status quo zu verändern. [...]
Beitragsnummer: 2563

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