Donnerstag, 9. September 2021

Prozessorientierte Risikosteuerung – Erfahrungen mit Sparkassen

Prozessorientiertes IKS –Wirkung mit dem PPS-IKS-Umsetzungsleitfaden erzielen

Dr. Benjamin Frommann, Geschäftsführer, tekko Informationssysteme GmbH & Co. KG

I.          Einleitung

Aufsichtsrechtliche Anforderungen, Risikosteuerung, Kontrolloptimierungen, prozessbezogene interne Kontrollsysteme sind Stichworte, die in Banken und Sparkassen allgegenwärtig sind. Auffällig in der praktischen Umsetzung der Institute ist, dass Kontrollen häufig singulär nebeneinanderstehen. Sie erscheinen als Antworten der Fachbereiche auf Feststellungen oder Fehler ohne eine end-to-end Betrachtung der betreffenden Prozesse unter Risikogesichtspunkten erfahren zu haben. Dabei ist die end-to-end Betrachtung notwendig, um Kontrollstrukturen zum Prozessrisiko anstatt singulär gegenüber Fehlern auszugestalten und Prozesse ganzheitlich zu hinterfragen. Neben einer Vielzahl von Quick-Wins entstehen damit Strukturverbesserungen, die Prozesse einer ganzheitlichen Optimierung aus Sicht der Geschäfts- und Risikostrategie öffnen. Damit verbessert sich die Grundlage für eine effektive Risikosteuerung, die den Risikoappetit der Sparkasse explizit in der Prozessteuerung berücksichtigt und robuste sowie effiziente Kontrollstrukturen im Verhältnis zu den Risiken begründet. Damit einher geht regelmäßig eine Konsolidierung bestehender Steuerungsmechanismen, welche Komplexität und Steuerungsaufwände in den Prozessen senken. 

Die Frage ist, warum sind end-to-end Betrachtungen und Optimierungen nicht längst vollzogen worden, wenn sie vermeintlich naheliegend sind? Dafür gibt es eine ganze Reihe an Erklärungen.[1] Plausibel ist, dass die Strategie des additiven Kontrolleinsatzes die einfachste Lösung mit der geringsten Anpassungsreaktion darstellte, da sie unmittelbare Antworten auf Fehler liefert. Gleichzeitig ist der negative Effekt einer zusätzlichen Einzelkontrolle, die singulär betrachtet wird, zumeist klein genug, um die daraus resultierende herabgesetzte Prozessgeschwindigkeiten und -flexibilität nicht spürbar werden zu lassen. Mit anderen Worten: Was gestern funktioniert hat und bis heute erfolgreich gemacht hat, kann als Antwort für morgen nicht falsch sein. Diese Art des Umgangs mit Anforderungen beruht auf der Idee, die Leistung im Rahmen bestehender Strukturen zu erhöhen. So zeigt sich bereits in Alltagsexperimenten, dass auf eine Veränderung in aller Regel eine Verstärkung der alten Verhaltensweise erfolgt. Erst wenn die Verstärkung nicht (mehr) die gewünschte Reaktion hervorbringt, entsteht die Bereitschaft für einen Musterwechsel. Beispiel: Wird eine sonst offene Tür abgeschlossen, so ist zu erleben, dass nach dem ersten Versuch die Tür zu öffnen, verstärktes Rütteln an der Klinke wahrgenommen werden kann. Mit einem Mehr vom Gleichen, wird versucht die Leistung im bestehenden Rahmen zu erhöhen, bevor Hinterfragen ausgelöst wird. In einer großen Zahl von Kontexten wird dieses Verhalten zu gewünschten Ergebnissen führen, wohingegen es bei neuen Anforderungen oder benötigten großen Leistungssprüngen behindernd wirkt.[2]  [...]
Beitragsnummer: 18171

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