Montag, 10. Januar 2022

Rezension: Handbuch Nachhaltige Finanzwirtschaft

Prof. Dr. Dirk Heithecker (Hrsg): Handbuch Nachhaltige Finanzwirtschaft, Finanz Colloquium Heidelberg, Heidelberg, 2021. 853 S., 119 €. 

Nachhaltigkeit und Klimawechsel sind seit Jahrzehnten in aller Munde – seit einigen Jahren beschäftigen sich auch Aufsichtsbehörden in der Finanzwirtschaft vermehrt mit dieser Thematik. Hier sind insbesondere das Merkblatt der BaFin zu Nachhaltigkeitsrisiken vom 19.12.2019 sowie der EZB-Leitfaden zu „Klima- und Umweltrisiken“ von November 2020 zu nennen. Unter dem Kürzel „ESG-Risiken“ werden nicht nur Umwelteinflüsse (Environmental), sondern auch soziale (Social) und Governance-Risiken betrachtet. Die Umsetzung dieser Thematik in der Kreditwirtschaft ist in vollem Gange und soll am Ende zu einer nachhaltigeren Finanzwirtschaft führen. Um diese Idee zu stärken, werden voraussichtlich bereits in 2021 im Rahmen von SREP-Gesprächen die jeweiligen Umsetzungsstände bzw. Maßnahmen zur Etablierung einer nachhaltigen ESG-Kultur in Kreditinstituten mit der Aufsicht diskutiert. 

Vor diesem Hintergrund ist das vorliegende Handbuch ein geeignetes Nachschlagewerk, um eigene Ansätze mit der Meinung von Experten aus verschiedenen Bereichen zu vergleichen oder sich einfach erstmals ganzheitlich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Kernthemen des Buches sind:

  1. Grundlagen zur Nachhaltigen Finanzwirtschaft
  2. Ganzheitliche Perspektiven zur Implementierung einer Nachhaltigen Finanzwirtschaft
  3. Auswirkungen der Nachhaltigkeit auf die Unternehmenssteuerung in Banken
  4. Nachhaltigkeit in der Risikosteuerung
  5. Assets und Asset Management unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit
  6. Berichterstattung und Prüfungshandlungen im Umfeld der Nachhaltigkeit

Die Vielfalt der erfahrenen Autoren (zu denen auch Vertreter der Aufsichtsbehörden gehören) trägt dazu bei, dass der Leser – egal aus welchem Fachbereich – unterschiedliche Sichtweisen auf die einzelnen Fragestellungen erhält. Diese können im Rahmen der institutsspezifischen „ESG-Kultur“ entsprechend berücksichtigt werden, um die Anforderungen an eine nachhaltige Finanzwirtschaft im Unternehmen zu etablieren. Auch wenn die bisherigen aufsichtsrechtlichen Vorgaben im Wesentlichen die EZB-beaufsichtigten Kreditinstitute betreffen, sollten sich auch kleinere Häuser bereits heute mit der Thematik beschäftigen, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Da neben den Grundlagen zur Nachhaltigkeitsthematik u. a. auch Auswirkungen auf die Unternehmenssteuerung und die Risikosteuerung dargestellt werden, ist dieses Handbuch in jedem Fall für Vorstände und Controlling-Einheiten zu empfehlen, aber auch Stabsbereiche und die Interne Revision finden hier wertvolle Hinweise. 

Schade ist, dass dieses Handbuch sich zwar mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt, es aber (noch?) nicht als digitale Version erhältlich ist. 

Gisela Conrads, Leiterin Interne Revision Münchener Hypothekenbank eG, München


Beitragsnummer: 18377

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