Freitag, 19. November 2021

Rezension: Praktikerhandbuch MaGo

Aufsichtliche Herausforderungen & Umsetzungstipps für (mittel)große und kleine VU, Pensionskassen und Pensionsfonds

Prof. Dr. Stefan Janßen (Hrsg.): Praktikerhandbuch MaGo, Aufsichtsrechtliche Herausforderungen & Umsetzungstipps für (mittel)große und kleine VU, Pensionskassen und Pensionsfonds. Finanz Colloquium Heidelberg GmbH, Heidelberg, 2021. 442 S., 119,00 €.

Die „Mindestanforderungen an die Geschäftsorganisation von Versicherungsunternehmen“ (MaGo) sind aufsichtsrechtliche Vorgaben, die im Rahmen der Solvency II-Regelungen seit 2017 die Führungs- und Managementaufgaben der Branche deutlich prägen. Für kleine VUs nach § 211 VAG und für Pensionskassen und Pensionsfonds gelten jeweils angepasste Regelungen seit 2020. In den vergangenen Jahren hat das neue Aufsichtsregime in der Praxis für Verunsicherung gesorgt und auch zu Unmut geführt. Der prinzipienorientierte Ansatz lässt grundsätzlich Raum für unternehmensindividuelle Umsetzungen. Das herausgehobene Proportionalitätsprinzip erlaubt es VUs, mit weniger komplexem Risikoprofil im Einzelfall einen geringeren Aufwand zu betreiben. Doch was genau sind die Mindestanforderungen an das einzelne Unternehmen und an die Funktionen im Unternehmen? Dieses praxisorientierte Buch gibt Antworten. Es dient als Wegweiser durch geltende Vorschriften und Gesetze, ist ein geeignetes Nachschlagewerk und grenzt gleichzeitig Unterschiede verschiedener Unternehmensgrößen und Risikoklassen übersichtlich voneinander ab. Die Gliederung des Buches orientiert sich nah am Aufbau der MaGo und vermittelt dadurch einen thematischen Gesamtüberblick. Für MaGo-Neueinsteiger ist ein anschauliches Lehrbuch entstanden.

Den Autoren ist es gelungen, ein übersichtliches Praktikerhandbuch zu schreiben, das trotz der vielfältigen Verweise auf Vorschriften gut zu lesen ist. Die Aufteilung der Themenbereiche führt zwar zu leichten Überschneidungen, informiert den Leser aber kompetent und umfassend, wenn dieser sich einzelne Kapitel zum Studium heraussucht. Einige Beispiele werden für die praktische Umsetzung der MaGo gegeben, die besonders für mittelgroße VUs nützlich sind. Für Führungskräfte und Mitarbeiter in Schlüsselfunktionen kleinerer VUs unter Solvency II-Regulierung sind die in den verschiedenen Kapiteln aufgeführten Interpretationen und Entwicklungstrends zum Proportionalitätsprinzip besonders interessant. Für Vertreter kleiner VUs nach § 211 VAG, Pensionskassen und Pensionsfonds sind Besonderheiten zumeist zum Ende eines Kapitels und in einer detaillierten Übersicht im Schlusskapitel dargestellt. Wer hier selektiv liest, wird viel Nützliches finden.

Das „Praktikerhandbuch MaGo“ ist sehr zu empfehlen für jeden, der sich in Führungs- und Managementaufgaben von VUs, Pensionskassen oder Pensionsfonds einarbeiten möchte oder dort schon tätig ist. Es liefert einen wertvollen Beitrag mit den umfangreichen Vorgaben der Aufsicht sicherer umzugehen.

Tobias, Hein, (Dipl. Kaufmann) URMF und Compliancefunktion des Kieler Rückversicherungsverein a. G., Kiel/Mitarbeit beim Verband der Versicherungsvereine e. V., Kiel


Beitragsnummer: 18406

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