Sonntag, 22. Oktober 2023

Regulierungsfokus 2024 ff: Resilienz, Zinsrisiken, Nachhaltigkeit

Zinsänderungsrisiken, Konsequenzen aus den Finanzmarktturbulenzen Anfang 2023, Nachhaltigkeitsrisiken und Digitalisierungsstrategien stehen u. a. im Fokus der Regulatoren

Prof. Dr. Anja Schulz ist Inhaberin der Stiftungsprofessur für Bankenregulierung sowie Prorektorin für Forschung an der Hochschule für Finanzwirtschaft & Management (HFM) in Bonn.

 

I. Diverse Rahmenbedingungen prägen die Kreditwirtschaft

Es ist kein Geheimnis, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für deutsche Unternehmen und Kreditinstitute weiterhin schwierig sind. Hohe Energiepreise, Schwierigkeiten in den Lieferketten, Inflation – wenn auch aktuell sinkend – und Fachkräftemangel sind aktuelle Herausforderungen, welche die Unternehmen bewältigen müssen. Die sog. Wirtschaftsweisen schätzen in ihrem im November 2023 vorgelegten Jahresgutachten 2023/24 eine leicht negative Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts von -0,4 % im Jahr 2023 und prognostizieren ein geringes Wachstum von 0,7 % im Jahr 2024. Diese wirtschaftliche Schieflage wirkt sich über schlechte Bonitäten und höhere Ausfallwahrscheinlichkeiten der Unternehmen und privaten Haushalte auch auf die Kreditinstitute aus: sowohl die Abschreibungen und Wertberichtigungen als auch die Eigenmittelanforderungen für das Kreditgeschäft steigen tendenziell.

Die schnellen Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und anderer Zentralbanken, wie der US-amerikanischen Federal Reserve (Fed), beendeten die Niedrigzinsphase abrupt. Auch wenn sich das höhere Zinsniveau langfristig grundsätzlich positiv auf die Profitabilität und damit auf die Solvabilität der Kreditinstitute auswirken wird, waren die von der EZB vorgenommenen Zinserhöhungen von null Prozent im Juni 2022 in mehreren Zinsschritten auf 4,5 % (für sog. Hauptrefinanzierungsgeschäfte) im September 2023 vergleichbar mit vorher unterstellten institutsinternen und aufsichtlichen Zinsstressszenarien oder übertrafen diese sogar teilweise. So führten die Zinserhöhungen bei einigen Kreditinstituten zu deutlichen Wertminderungen in den Wertpapierportfolien, die jedoch teilweise durch die Auflösung stiller und offener Reserven ausgeglichen oder deren bilanzieller Ausweis durch die Umwidmungen vom Umlaufvermögen in das Finanzanlagevermögen vermieden wurden und sich daher nicht in den Jahresergebnissen widerspiegeln.[1] 


II. Die Regulatoren agieren in mehreren Themenbereichen [...]
Beitragsnummer: 22185

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