Kreditgeschäfts-Prüfungen der Bankenaufsicht

Neue MaRisk-Vorgaben • Direkte Anwendung & Umsetzung der EBA-Leitlinien für einzelne Kredit(teil)prozesse ● Aktuelle Prüfungsschwerpunkte & Erwartungen der Aufsicht

Die Praxis zeigt, dass die Kreditprozesse vielfach aufsichtsrechtlich nicht ausreichend qualitätsgesichert sind, mit der Folge von mehr oder minder schweren Feststellungen in Kreditgeschäftsprüfungen. Die Kernvorgaben im BTO 1-Kreditgeschäft sind prozessual anspruchsvoll (u.a. auch die Forbearance-Vorgaben) und Verstöße haben Ausstrahlungseffekte auf weitere relevante MaRisk-Bereiche (u.a. Kreditrisikosteuerung). Aktuell rücken mit den „PAAR-Prüfungen“ die Werthaltigkeit von Engagements sowie die Prüfung der Kreditvergabestandards wieder in den Fokus der Bankenaufsicht. In diesem hochkarätig besetzten Seminar erörtern zwei sehr erfahrene Bundesbank-Prüfer die praxis-/prüfungsrelevevanten, kreditseitigen aufsichtsrechtlichen Vorgaben und geben dabei wertvolle Hinweise für Prozessverbesserungen auf Basis aktueller Prüfungserkenntnisse.

Inhaltsverzeichnis:

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26.10.2020 - 27.10.2020 Frankfurt/M. 1.290,00 €
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Seminarthemen und Agenda

Überblick über die aktuellen praxis-/prüfungsrelevanten Vorgaben der Bankenaufsicht für die Kreditprozesse

  • Kreditvorgaben in den MaRisk auch zwecks Imple­mentierung aktueller, internationaler Vorgaben (u.a. Bonitätsprüfung, Sicherheiten, SREP-Kreditprüfungen)
  • Kernvorgaben im BTO 1-Kreditgeschäft sowie wichtige prozessuale Vorgaben in anderen Modulen der MaRisk (z.B. Kredithandbuch, kreditseitiges IKS)
  • Ausstrahlungseffekte von Verstößen gegen BTO 1 auf weitere relevante Bereiche der MaRisk (u.a. Kreditrisiko­strategie, Organisationsrichtlinien)
  • Aktueller EBA-Richtlinienentwurf zur Kreditvergabe und -überwachung (EBA/CP/2019/04): detaillierte Standards für das Risikomanagement, Prozesse und deren Monitoring
  • Schnittstelle zur aktuellen aufsichtsrechtlichen Prüfung der Kreditvergabestandards - portfoliospezifische Ausgestaltung, u.a. max. zulässige Auslastung Kapitaldienstfähigkeit, Art der akzeptierten Sicherheiten, Begrenzung von Beleihungsausläufen
  • Ablauf und aktuelle Trends in den Kreditgeschäftsprüfungen der Aufsicht
  • Regionale Zuständigkeiten, zentrale Qualitätssicherung und bereichsübergreifende Teams für Spezialthemen (z.B. zunehmend für IT-Themen)

§ 44er-„PAAR“-Prüfungen im Kreditgeschäft

  • Zusätzliche einzelengagementbezogene Werthaltigkeitskomponente
  • Deutlich stärkerer Fokus auf Bewertungsparameter bei Kreditsicherheiten, deren Überprüfungsturnus sowie die Beurteilung der zukunftsbezogenen KDF (ggf. mit der Konsequenz eines erhöhten (aufsichtlichen) Risikovorsorgebedarfs)Erkenntnisse auf Basis aktuell laufender/abgeschlossener Prüfungen – Unterschiede zu einer „klassischen“ Werthaltigkeitsprüfung der JA-/Wirtschafts-/Verbandsprüfer – Fallstudien und Beispiele 

Prüfungserkenntnisse bzgl. einer (un)sachgerechten Inanspruchnahme von kreditprozessverschlankenden Öffnungsklauseln

  • Verzicht auf die Funktionstrennung – Bsp. für eine (un)sachgerechte Ableitung der Risikorelevanzgrenze (RRG) und mögliche Konflikte zwischen RRG und Kompetenzordnung sowie kumulierter Bagatellgrenzen (RRG-Überschreitungen)
  • Weitere prüfungsrelevante Öffnungsklauseln in den Teilprozessen Sicherheiten, Bonitätsprüfung, Rating, Prolongation, Leistungsstörungen

Prüfungserkenntnisse für die Qualitätssicherung der Teilprozesse Kapitaldienstfähigkeitsermittlung (KDF) & Risikoklassifizierung/Rating

  • Zentrale Bedeutung einer zukunftsgerichteten KDF-Prüfung
  • Häufige Problemkreise: u. a. Pflege/Aktualität der LHK-Pauschalen, Vergangenheitsbezug, unzureichende Dokumentationen, Ansatz nichthaltiger Einnahmen
  • Wichtiges, z. T. vernachlässigtes Zusammenspiel der KDF-Prüfungen und Ratingprozesse – weitere ratingspezifische Prozessdefizite (u. a. Ratingeinstufung und Kreditkonditionen bzw. Prozessintensitäten, Qualitätseinstufung/Validierung, externe Ratings)
  • Beurteilung einer nachhaltigen nicht gegebenen KDF aus aufsichtlicher Perspektive

Prüfungserkenntnisse für die Qualitätssicherung des Teilprozesses Sicherheitenbewertung und -überwachung

  • Problembereiche in Kreditprüfungen u. a. Sicherheitenstrategie, Sicherheitenbewertung, Umgang mit Bürgschaft und Garantien (Bonitätsbeurteilung und KDF-Drittsicherungsgeber),  regelmäßige & anlassbezogene Überprüfungsturnusse, CRR-Vorgaben

Prüfungserkenntnisse für die Qualitätssicherung des Teilprozesses Risikofrüherkennung & Intensivbetreuung

  • Neue Forbearance-Anforderungen mit Auswirkungen auf die Frühwarnprozesse – Festlegung institutsindividueller Forbearance-Indikatoren
  • Problembereich in Kreditprüfungen bzgl. Risikofrüherkennungsprozesse: u. a. mangelnde Institutsindividualität, 90-Tage-Kriterium (Verschärfung infolge Forbearance), Konsortialkredite, Spezialfinanzierungen
  • Intensivbetreuung: Definition adäquater Kriterien, Betreuungsintensität

Prüfungserkenntnisse für die Qualitätssicherung des Teilprozesses Problemkreditbearbeitung & Risikovorsorge

  • Problembereich in Kreditprüfungen bzgl. Risikovorsorge-/EWB-Prozesse – u. a. institutseinheitliche Kriterien/Triggerevents, EWB ≤ Blankoanteil und Schnittstellen zur Sicherheitenbewertung bzw. nachvollziehbare Erlösquoten
  • Umgang mit Problemkrediten (Sanierungs- und Abwicklungsengagements)
  • Besonderheiten bei stiller Abwicklung
  • Anknüpfungspunkt Sicherheitenbewertung: anlassbezogene Neubewertung bei Wechsel der Engagementstrategie von Going auf Gone-Concern

Anforderungen an die (Kredit-)Prozesse im Bereich der Eigenanlagen

  • Für Eigenhandelspositionen relevante Anforderungen der MaRisk
  • Problembereich aus MaRisk-Prüfungen bzgl. der Limitierung und Überwachung von Eigenhandelspositionen
  • Problematik vereinfachter Kreditprozesse für Adressenausfallrisiken im Depot A

EZB/EBA-Leitfaden für Banken zu notleidenden Krediten

  • Aufbau des Leitfadens – NPL-Steuerung (u. a. NPL-Strategie, Forberance, bilanzielle Erfassung von NPL, Bewertung von Wertminderungen und Abschreibungen bei NPL)
  • Aufsichtliche Erwartungen an die Risikovorsorge für notleidende Risikopositionen

Konditionen und Organisatorisches

Im Teilnahmeentgelt enthalten: Seminardokumentation, Erfrischungen, Mittagessen und ein Fachbuch, sofern dies unter dem Seminartitel links erwähnt ist. Das Fachbuch wird nur vor Ort ausgehändigt und kann bei Ausverkauf durch einen gleichwertigen Titel ersetzt werden. Bei der Teilnahme an mehreren Seminaren dieser Seminarreihe durch einen oder mehrere Mitarbeiter aus demselben Unternehmen erhalten Sie für jedes weitere Seminar € 50,- Rabatt.

Sie erhalten nach Eingang der Anmeldung Ihre Anmeldebestätigung/Rechnung. Bitte überweisen Sie den Rechnungsbetrag innerhalb von 30 Tagen nach Zugang der Rechnung. Bei Stornierung Ihrer Anmeldung bis zu vier Wochen vor dem Veranstaltungstermin erheben wir ein Bearbeitungsentgelt von 150,- €*. Bei Stornos nach diesem Zeitpunkt wird das gesamte Seminarentgelt fällig. Zur Fristwahrung müssen Stornos schriftlich bei uns eingehen. Kostenfreie Vertretung durch Ersatzteilnehmer beim gebuchten Termin ist möglich. Umbuchungen auf ein anderes Seminar sind bis zu vier Wochen vor dem Veranstaltungstermin kostenfrei, danach fällt ein Bearbeitungsentgelt von 150 Euro* an. Bei Absage durch den Veranstalter wird das volle Seminarentgelt erstattet. Darüber hinaus bestehen keine Ansprüche, wenn die Absage mindestens zwei Wochen vor dem Seminartermin erfolgt. Änderungen des Programms aus dringendem Anlass behält sich der Veranstalter vor.

Durch die Teilnahme am Seminar erhalten Sie 7 CPE-Punkte als Weiterbildungsnachweis für Ihre Zertifizierung.

* zzgl. 19 % MwSt. ** inkl. 7 % MwSt.

Tagungsort

relexa Hotel Frankfurt/Main
Lurgiallee 2 in 60439 Frankfurt/M.
Telefon: 069 957 78-0
Fax: 069 957 78 878
http://www.relexa-hotel-frankfurt.de/

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26.10.2020 - 27.10.2020

Ihre Dozenten

Karsten Schuiling
Bankgeschäftliche Prüfungen
Deutsche Bundesbank


Thomas Jabs
Bankgeschäftliche Prüfungen
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